Wenn es heute darum geht mit Kommunen in Kontakt zu treten, dann führt der erste Schritt oftmals auf ein Online-Portal, um dort einen passenden Termin zu buchen. Aber wie sieht es damit aus Amtsangelegenheiten komplett ohne Medienbruch online erledigen zu können und welche kommunalen Angebote und Leistungen sind überhaupt über das Internet verfügbar? Dieser Frage ist das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung (MIL) nachgegangen und hat im Rahmen einer Online-Umfrage den Stand der Digitalisierung in den Kommunen Brandenburgs abgefragt.
Ziel der Befragung war es einen umfassenden Überblick über die aktuellen Rahmenbedingungen, Herausforderungen und Unterstützungsbedarfe im Kontext digitaler kommunaler Serviceangebote in Brandenburg zu gewinnen und die grundsätzliche Entwicklung digitaler kommunaler Angebote seit der letzten vergleichbaren Befragung im Jahr 2019 aufzuzeigen. Zugleich sollen die über die Umfrage gewonnenen Erkenntnisse als Grundlage für die zukünftige strategische Arbeit des MIL dienen und die sich daran ableitende Ausrichtung von Unterstützungsangeboten für Kommunen gestalten. Insgesamt haben 51 Städte, Gemeinden, Ämter und Landkreise an der Umfrage teilgenommen und Einblick in den jeweiligen Stand der Digitalisierungsvorhaben vor Ort gegeben.
Als zentrales Ergebnis der Erhebung steht die Feststellung, dass sich rund 90 Prozent der befragten Kommunen zumindest teilweise aktiv mit dem Thema Digitalisierung befassen. Dabei hat sich gezeigt, dass insbesondere kleinere Kommunen sich heute deutlich stärker mit digitalen Lösungen auseinandersetzen, als dies noch bei der Befragung im Jahr 2019 der Fall war. Gängige Leistungen, die dabei angeboten werden umfassen Anwendungen, deren Nutzen unmittelbar erkennbar ist. Dazu gehören:
- Online-Terminvergaben und digitale Verwaltungsleistungen,
- Mängelmelder und Geodatenportale,
- elektronische Rechnungen,
- digitale Ausstattungen an Schulen,
- Social-Media-Angebote.
Allerdings wurde im Zuge der Auswertungen der Antworten auch deutlich, dass die Zuständigkeiten in den Kommunen für das Themenfeld Digitalisierung jetzt zwar personell häufiger festgelegt sind, als dies noch im Jahr 2019 der Fall war, aber dennoch die konkreten Handlungs- und Umsetzungsbefugnisse der damit betrauten Mitarbeiter weiterhin oft unklar definiert sind. Das heißt, dass es zwar einen Smart-City- oder Digitalisierungsbeauftragten in der Kommune gibt, dieser jedoch nicht über ein fest umrissenes Kompetenzfeld über die jeweilige abteilungsbezogene Zuordnung, bspw. in der IT oder Wirtschaftsförderung, hinausgehend besitzt. In Folge daraus sind ganzheitlich tragfähige Strukturen für Digitalisierungs- bzw. Smart-City-Themen oftmals gar nicht oder nur sehr schwierig für ineinandergreifende Themenfelder umsetzbar. Die damit einhergehenden fehlenden Spielräume und strukturellen Rahmenbedingungen führen dazu, dass Digitalisierungsvorhaben in einer Kommune häufig nur eingeschränkt vorangetrieben werden können.
Daraus resultiert als zukünftige übergeordnete Aufgabe klare Verantwortlichkeiten für das Thema Digitalisierung in den Kommunen zu definieren. Aber auch den inhaltlichen Austausch zwischen den Kommunen zu stärken, um gemachte Erfahrungen zu übertragen und bestehende Lösungen gemeinsam weiterzuentwickeln. Gefragt sind verständliches Wissen, rechtliche Sicherheit und konkrete Praxisbeispiele. Besonders hilfreich sind hier Informationen zu Aufwand, Kosten und Voraussetzungen einer Lösung. Gemeinsame Austauschformate können hier die Plattform bieten, um die Herausforderungen bei Digitalisierungsthemen auf kommunaler Ebene strukturiert voranzutreiben.
Informationen zu der Umfrage „Digitale Transformationin Brandenburg. Ergebnisse der Kommunalumfrage Smart City / Smart Region 2026“ hält die DigitalAgentur Brandenburg auf ihrer Website bereit.