Eine leistungsfähige Mobilfunkversorgung ist eine wesentliche Voraussetzung für die zunehmende Digitalisierung von Alltag, Wirtschaft und öffentlicher Verwaltung. Mobile Datenverbindungen ermöglichen längst nicht mehr nur Kommunikation unterwegs: Sie bilden auch die Grundlage für mobiles Arbeiten, digitale Geschäftsprozesse, vernetzte Mobilitätsangebote und zahlreiche weitere digitale Anwendungen.

Um die Mobilfunkversorgung möglichst differenziert beurteilen zu können, lässt das Saarland derzeit die Versorgung entlang des Straßennetzes systematisch erfassen. Im Auftrag des Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitales und Energie des Saarlandes wird dazu eine Mobilfunkbefahrung durchgeführt. Ziel ist es, bestehende Versorgungsinformationen um reale Messwerte unter definierten und möglichst einheitlichen Bedingungen zu ergänzen.

Seit 25.08.2026sind dafür Messfahrzeuge im Saarland unterwegs. Insgesamt umfasst die vorgesehene Befahrungsstrecke rund 2.500 Kilometer Bislang wurden davon rund 900 Kilometer (Stand 02.09.2026) erfasst. Der Abschluss der Befahrung ist für Mitte Septembervorgesehen.

Ergänzende Perspektive auf die Mobilfunkversorgung

Informationen zur Mobilfunkversorgung stehen bereits heute flächendeckend zur Verfügung. Die entsprechenden Versorgungskarten basieren wesentlich auf berechneten beziehungsweise modellierten Werten der Mobilfunknetzbetreiber. Diese Daten ermöglichen einen umfassenden Überblick über die grundsätzlich verfügbare Netzabdeckung.

Die Mobilfunkbefahrung ergänzt diese Informationsgrundlage um eine weitere Perspektive: Entlang der festgelegten Straßen werden tatsächliche Messwerte erhoben. Im Mittelpunkt steht dabei nicht allein die Frage, ob an einem bestimmten Ort ein Mobilfunksignal vorhanden ist. Erfasst wird insbesondere, welche Leistung unter den jeweiligen Messbedingungen tatsächlich nutzbar ist.

Eine zentrale Kenngröße ist deshalb die verfügbare Download-Datenrate. Zusätzlich werden technische Parameter wie Signalpegel und Netztechnologie sowie Zeit- und Standortinformationen erfasst. Ergänzend wird auch die Sprachverbindung betrachtet. Die Netze der Mobilfunknetzbetreiber werden entlang derselben Strecken und damit unter möglichst vergleichbaren Bedingungen gemessen.

„Eine leistungsfähige Mobilfunkversorgung ist heute grundlegende Infrastruktur für die Menschen und für Unternehmen. Um sie gezielt weiterentwickeln zu können, braucht es ein möglichst genaues Bild davon, wie sich die Versorgung unter realen Bedingungen darstellt. Die Befahrung schafft dafür eine zusätzliche belastbare Datengrundlage“, sagt Andreas Schröder, Teamleiter Mobilfunk.

Einheitliche Messbedingungen über die gesamte Strecke

Für die Aussagekraft der Befahrung ist entscheidend, dass die Messungen möglichst konsistent erfolgen. Das eingesetzte Messfahrzeug ist deshalb speziell für die Erhebung ausgestattet. Laptop und Messsteuerung koordinieren die einzelnen Messvorgänge und die hinterlegte Routenplanung. Während der Fahrt laufen wesentliche Prozesse automatisiert ab.

Die Messungen erfolgen nach einem mit der Bundesnetzagentur abgestimmten Messkonzept. Damit werden die Daten nach definierten Kriterien erhoben und können anschließend systematisch weiterverarbeitet und ausgewertet werden.

Von einzelnen Messpunkten zum Gesamtbild

Mit der Fahrt selbst ist die Datenerhebung noch nicht abgeschlossen. Die erhobenen Daten werden regelmäßig übertragen, geprüft, geografisch zugeordnet und anschließend fachlich ausgewertet. Auf diese Weise lassen sich die zahlreichen Einzelmessungen zu einem räumlich differenzierten Bild der Mobilfunkversorgung entlang der befahrenen Strecken zusammenführen.

Nach Abschluss der Befahrung soll die Auswertung unter anderem zeigen,

  • wie sich die gemessene Mobilfunkleistung entlang der erfassten Straßen darstellt,
  • wo besondere Auffälligkeiten erkennbar sind,
  • wie die real erhobenen Messwerte zu bestehenden Versorgungsinformationen passen

Datengrundlage für die weitere Einordnung

Die Mobilfunkbefahrung erweitert die Informationsbasis, auf deren Grundlage die vorhandene Versorgung beurteilt und die weitere Entwicklung der digitalen Infrastruktur fundiert eingeordnet werden kann.

Damit fügt sich das Projekt auch in die strategische Ausrichtung des Landes ein. In der im August 2026 vorgestellten Landesstrategie „Digitales Saarland 2035“ wird eine sichere digitale Infrastruktur als eine der grundlegenden Voraussetzungen für die digitale Transformation eingeordnet. Sie bildet unter anderem eine Basis für eine moderne Arbeitswelt, innovative Unternehmen, intelligente Versorgung und nachhaltige Lebensräume. Gleichzeitig sieht die Strategie vor, Entwicklungen systematisch zu beobachten und auf Grundlage gewonnener Erkenntnisse weiterzuarbeiten.