Wie können Kommunen und Regionen Daten so nutzen, dass daraus nicht nur technische Anwendungen, sondern bessere Entscheidungen, nachvollziehbare Prozesse und konkrete Lösungen für Verwaltung, Klimaanpassung und Daseinsvorsorge entstehen?
Diese Frage stand vom 1. bis 5. Juni 2026 im Mittelpunkt der Data Week Leipzig. In zahlreichen Arbeitsformaten kamen Fachleute aus Verwaltung, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammen, um die digitale Zukunft kommunaler und regionaler Räume praxisnah zu diskutieren. aconium war mit mehreren Beiträgen vertreten und brachte Erfahrungen aus offenen Daten, Datenvisualisierung, europäischen Kooperationsprojekten und kommunaler Umsetzungspraxis ein. Im Fokus stand dabei nicht die Technologie an sich, sondern die Frage, wie Datenstrukturen so gestaltet werden können, dass sie Verwaltungen handlungsfähiger machen und gesellschaftlichen Mehrwert erzeugen.
Auftakt bildete die DoorCE Veranstaltung „Offene Daten ohne Programmierung“. Dilara Sir und Johanna Varanasi stellten eine Lösung mit geringem oder ganz ohne Programmieraufwand aus dem Interreg Mitteleuropa Projekt DoorCE vor, die gezielt für den kommunalen Kontext entwickelt wurde. In praktischen Übungen erprobten die Teilnehmenden den Weg vom Datensatz bis zur strukturierten Veröffentlichung und erhielten Einblicke in die Erzeugung von Programmcode in Python mit dem CodeHelper. Besonders aufschlussreich war der Austausch über lokale Lösungen, mit denen einige Teilnehmende bereits arbeiten. Das Feedback zur Nutzerfreundlichkeit des DoorCE Werkzeugkastens zeigte zugleich, worauf es bei kommunalen Datenwerkzeugen ankommt: Sie müssen verständlich, anschlussfähig und in bestehende Verwaltungsabläufe integrierbar sein.
Im Anschluss begrüßte aconium Gäste aus der Datenfachöffentlichkeit am Leipziger Standort. Der fachliche Austausch machte deutlich, dass offene Daten nur dann Wirkung entfalten, wenn technische Infrastrukturen, Zuständigkeiten und lokale Bedarfe zusammen gedacht werden. Diskutiert wurden Potenziale und Herausforderungen offener Daten ebenso wie die Vorzüge und Grenzen lokal betriebener Datenportale. Impulse und Praxisbeispiele von Bernhard Krabina, IKT Linz und Projektpartner in DoorCE, sowie Johanna Varanasi, Projektleitung bei aconium GmbH, vertieften die Diskussion. Der Abend bot Raum für Gespräche über Datenqualität, kommunale Steuerungsfähigkeit und die Frage, wie aus einzelnen Datensätzen belastbare Grundlagen für Planung, Transparenz und Zusammenarbeit entstehen.
Der zweite Beitrag von aconium, „Quelloffene Datenübersichten für Klimaresilienz und internationale Datennutzung“, fand am 4. Juni statt. Die Teilnehmenden arbeiteten mit Beispielen aus dem europäisch geförderten Projekt GRACE. Daniel Yanev und Elisabeth Fürst führten in das Projekt sowie in die Themen Datenvisualisierung und Klimaresilienz ein und zeigten zentrale Funktionen der quelloffenen Anwendung Apache Superset. Auf Basis fiktiver Daten zur Stadt Venedig analysierten die Teilnehmenden Datensätze, luden sie hoch und entwickelten erste Visualisierungen. Die praktische Arbeit verdeutlichte, dass Datenvisualisierung weit mehr ist als Darstellung. Sie übersetzt komplexe Informationen in eine Form, die Entscheidungen vorbereitet, Zusammenhänge sichtbar macht und fachübergreifende Diskussionen ermöglicht.
Die Data Week Leipzig hat gezeigt, dass Datenstrategien und Regionalentwicklung enger zusammengehören, als es in vielen Organisationen bislang abgebildet ist. Offene Daten, kommunale Datenplattformen und Visualisierungen sind keine isolierten Fachthemen. Sie berühren Fragen von Transparenz, Ressourceneinsatz, Klimaanpassung, Beteiligung, Verwaltungsmodernisierung und regionaler Resilienz. Gerade deshalb braucht es Formate, in denen Verwaltung, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft nicht abstrakt über Digitalisierung sprechen, sondern konkrete Anwendungsfälle prüfen und gemeinsam weiterentwickeln.