Mobilfunk

Leistungsfähige Mobilfunknetze sind eine Voraussetzung für digitale Teilhabe, wirtschaftliche Entwicklung, moderne Mobilität, resiliente Kommunikation und gleichwertige Lebensverhältnisse. Sie ermöglichen mobiles Arbeiten, digitale Dienste, vernetzte Anwendungen, smarte Regionen, automatisierte Prozesse und sichere Kommunikation — in Städten, ländlichen Räumen, entlang von Verkehrswegen und an Standorten mit besonderen Anforderungen.

Mobilfunkausbau ist dabei keine rein technische Ausbaufrage. Er berührt Standortsuche, Genehmigungen, Flächenverfügbarkeit, Glasfaseranbindung, Stromversorgung, Wirtschaftlichkeit, Förderlogiken, Akzeptanz, Datenqualität und die Abstimmung zwischen öffentlichen Auftraggebern, Netzbetreibern, Tower Companies, Infrastrukturakteuren, Unternehmen und Bevölkerung.

Bedeutung für Regionen, Verwaltung und Wirtschaft

Mobilfunk entscheidet zunehmend darüber, wie Regionen arbeiten, wirtschaften, reisen, kommunizieren und öffentliche Leistungen bereitstellen können. Für Bürger:innen geht es um Erreichbarkeit, Sicherheit und Teilhabe. Für Unternehmen ist Mobilfunk ein Standort- und Produktionsfaktor. Für Verwaltungen, Verkehrsakteure, Infrastrukturbetreiber und Einsatzorganisationen ist er Teil moderner Handlungsfähigkeit.

Gleichzeitig steigen die Anforderungen an mobile Netze. Es geht nicht mehr nur um die Schließung einzelner Funklöcher. 5G, perspektivisch 6G, Campusnetze, Small Cells, Open-RAN-Ansätze, Netzverdichtung, resiliente Kommunikationsstrukturen und wachsende Datenbedarfe verändern die Ausbauaufgabe.

Gerade deshalb braucht Mobilfunkentwicklung belastbare Datengrundlagen und koordinierte Umsetzung. Versorgungslücken, unterversorgte Gebiete, Ausbaupotenziale, Standorte, Anbindungen und regulatorische Rahmenbedingungen müssen nachvollziehbar bewertet werden. Erst daraus entstehen tragfähige Entscheidungen für eigenwirtschaftlichen Ausbau, Versorgungsauflagen, geförderte Vorhaben oder ergänzende regionale Maßnahmen.

Was wir in Projekten zusammenführen

Als aconium betrachten wir Mobilfunk als integrierte Projektaufgabe an der Schnittstelle von digitaler Infrastruktur, Daten, Regulierung, Standortentwicklung, Förderung, Kommunikation und Umsetzung.

Wir führen in Mobilfunkvorhaben insbesondere zusammen:

 

Versorgungsanalyse und GIS-basierte Datengrundlagen

Erfassung, Auswertung und Visualisierung von Mobilfunkversorgung, Messdaten, Technologien, Ausbaufortschritten, weißen Flecken und unterversorgten Gebieten.

Messfahrten und Monitoring

Datenerhebung zu Signalpegeln, Technologien, Datenraten, Frequenzen und Versorgungsqualität sowie Dokumentation von Ausbaufortschritten im Zeitverlauf.

Analyseberichte und Handlungskonzepte

Übersetzung technischer und räumlicher Befunde in priorisierte Maßnahmen, Entscheidungsgrundlagen und umsetzbare Handlungspfade.

Technische, regulatorische und wirtschaftliche Einordnung

Bewertung von Mobilfunktechnologien, Frequenzfragen, 5G- und perspektivisch 6G-Entwicklungen, Netzverdichtung, Campusnetzen, Open RAN, Small Cells, Resilienz und Förderlogiken.

Standort- und Ausbaukoordination

Begleitung von Suchkreisanfragen, Identifikation öffentlicher und privater Liegenschaften, Abstimmung mit Netzbetreibern, Tower Companies, Genehmigungsbehörden, Infrastrukturbetreibern und weiteren Partnern.

Förderung, Finanzierung und passive Infrastruktur

Einordnung von Fördermöglichkeiten, technische und wirtschaftliche Planung passiver Infrastruktur sowie Prüfung von Synergien mit bestehenden oder geplanten Glasfasernetzen.

Gremienfähigkeit, Beteiligung und Kommunikation

Aufbereitung komplexer technischer, rechtlicher und wirtschaftlicher Sachverhalte für politische Gremien, Verwaltung, Unternehmen und Öffentlichkeit; Unterstützung bei Dialogformaten und sachlicher Öffentlichkeitsarbeit.

Worauf es in der Umsetzung ankommt

Mobilfunkvorhaben gelingen dort, wo Daten, Standorte, Genehmigungen, Infrastruktur, Akzeptanz und Akteursinteressen früh zusammengeführt werden. Entscheidend ist nicht allein, ob ein Gebiet formal versorgt ist, sondern ob Versorgung im Alltag, entlang relevanter Wege, an kritischen Standorten und für künftige Anwendungen tatsächlich trägt.

 

hexa iconVersorgung realistisch sichtbar machen – Öffentlich verfügbare Daten, Netzbetreiberinformationen, Messfahrten, GIS-Auswertungen und Rückmeldungen aus der Bevölkerung müssen so verbunden werden, dass ein belastbares Bild der tatsächlichen Versorgung entsteht. Die interne Mobilfunk-Zuarbeit beschreibt dafür u. a. die Erfassung veröffentlichter Versorgungsdaten, Messfahrten sowie GIS-basierte Visualisierung von Technologien, Funklöchern und Ausbaufortschritten.

Ausbauhemmnisse konkret benennen – Mobilfunkausbau scheitert selten an nur einem Punkt. Häufig wirken mehrere Faktoren zusammen: fehlende Standorte, schwierige Eigentumsverhältnisse, lange Genehmigungswege, fehlende Glasfaser- oder Stromanbindung, Wirtschaftlichkeitslücken, Akzeptanzfragen oder unklare Zuständigkeiten.

hexa iconÖffentliche und private Rollen klären – Netzbetreiber und Tower Companies treiben Ausbauvorhaben eigenwirtschaftlich voran. Öffentliche Auftraggeber können koordinieren, Daten bereitstellen, Standorte aktivieren, Förderwege prüfen, Verfahren beschleunigen und Konflikte moderieren. Unternehmen, Betreiber und Forschungspartner können je nach Anwendungsfall eigene Anforderungen einbringen, etwa bei Campusnetzen, Logistik, Industrie, Häfen, Mobilität oder kritischen Infrastrukturen.

hexa iconKommunikation früh mitdenken – Mobilfunk ist ein sensibles Infrastrukturthema. Standortentscheidungen können Fragen zu Landschaftsbild, Gesundheit, Emissionen, Eigentum oder lokaler Akzeptanz auslösen. Deshalb braucht es sachliche, transparente und zielgruppengerechte Kommunikation — gegenüber Gremien, Verwaltung, Bevölkerung, Unternehmen und Umsetzungspartnern.

Sie planen oder strukturieren ein Projekt in diesem Bereich?

Wir unterstützen dabei, Ausgangslagen zu klären, Projektpfade zu entwickeln, Finanzierung und Förderung mitzudenken und tragfähige Umsetzungsstrukturen aufzubauen.

Beispielprojekt:
Funkmasten-Infrastrukturgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern mbH (FMI)

Im Jahr 2020 wurde die Funkmasten-Infrastrukturgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern mbH (FMI) gegründet. Als Tochterunternehmen der Landgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern mbH errichtet sie Mobilfunkmasten in sogenannten weißen Flecken, also in Gebieten, die bisher nicht mit Mobilfunk versorgt sind und deren Erschließung für die Netzbetreiber unwirtschaftlich ist. Anschließend vermietet die FMI die Standorte an interessierte Mobilfunkunternehmen. Für das Ausbauprogramm stehen zunächst ca. 40 Millionen Euro Landesmittel zur Verfügung. aconium hat das Land von Anfang an eng begleitet und unterstützt von der ersten Analyse der weißen Flecken, über die Gründung der FMI und die Durchführung von Markterkundungsverfahren bis zum ersten Mastbau und dessen Inbetriebnahme.

Und Mecklenburg-Vorpommern plant noch mehr: Über die bloße Schließung weißer Flecken hinaus sieht die Landesregierung die Notwendigkeit einer Verdichtung der Maststandorte. Im Koalitionsvertrag wurde dazu vereinbart, dass das Land alle Mobilfunkmasten errichten wird, die für einen flächendeckenden Mobilfunkausbau mit 4G/5G notwendig sind. Eine Privatisierung dieser Mobilfunkmasten ist nicht vorgesehen. Die Funkmasten-Infrastrukturgesellschaft soll die Masten (inkl. Glasfaseranbindung) eigenwirtschaftlich als „Tower Company“ errichten und an die Mobilfunknetzbetreiber vermieten. aconium wurde beauftragt, die tatsächliche Ist-Versorgung im Land zu untersuchen, die planerischen Grundlagen für einen weiteren Ausbau mit Mobilfunkstandorten zu liefern sowie den Investitionsbedarf und die Wirtschaftlichkeit für eine Funkmasten-Infrastrukturgesellschaft zu ermitteln. Dies erfolgte computergestützt auf Basis von Bestandsdaten der aconium GmbH, Daten des Landes und der drei etablierten Netzbetreiber sowie mit Hilfe eines Geoinformationssystems der aconium GmbH. Die Ergebnisse wurden in einem Gutachten festgehalten.

Zum Projekt »

Projektbeispiel: „Mobil BB“ – Messfahrten in Brandenburg

Bild klicken, um das Video auf www.youtube.com anzusehen

Im Auftrag der DigitalAgentur Brandenburg GmbH (DABB) hat aconium in den Jahren 2020/21 Befahrungen des Straßennetzes in Brandenburg zur Analyse der Mobilfunkversorgung durchgeführt.

Die Hauptuntersuchung umfasste das gesamte öffentliche Straßennetz in Brandenburg. Zur Messdatenerfassung wurden über 40.000 Straßenkilometer mit insgesamt zehn Messfahrzeugen befahren. 2022/2023 fanden Widerholungsfahrten in Teilen Brandenburgs statt.

gefahrene Kilometer

Messpunkte analysiert

Messfahrzeuge im Einsatz

5G Studie im Auftrag der „Hessen Trade & Invest“ (HTAI)

Die aconium GmbH hat im Auftrag der „Hessen Trade & Invest“ (HTAI) eine Studie verfasst, die die Herausforderungen der Kommunen beim Ausbau der 5. Mobilfunkgeneration (5G) thematisiert. Herausgeber ist das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung.

Die Studie „5G – Aktuelle Entwicklungen, Herausforderungen und Potenziale für den Zugang zu kommunaler Infrastruktur“ befasst sich mit technischen Fragestellungen, die sich aus der Einführung neuer Frequenzbereiche ergeben. Dazu gehört unter anderem die Suche nach geeigneten Standorten für Sendeanlagen. Des Weiteren werden die rechtlichen Rahmenbedingungen des 5G-Ausbaus beleuchtet, z. B. Aspekte im Hinblick auf die Anwendung der NGA-Rahmenregelung (PDF) und Überlegungen im Zusammenhang mit dem DigiNetzG (PDF). Zudem befasst sich die Studie mit der Rolle der Kommunen und den Möglichkeiten, die sich durch 5G für öffentliche Bereiche ergeben.

Kontakt

Unser Experte Andreas Schröder steht Ihnen persönlich als Ansprechpartner zur Verfügung. Sie erreichen ihn unter der E-Mailadresse a.schroeder@aconium.eu sowie unter der Rufnummer +49 30 22183-1302.