Die Veranstaltung markierte einen wichtigen Meilenstein: Nach Bestands- und Potenzialanalyse rückten nun das entwickelte Zielszenario und konkrete Umsetzungsmaßnahmen in den Fokus. Damit wurde sichtbar, wie aus Daten, Analysen und fachlichen Berechnungen schrittweise ein strategischer Fahrplan für die lokale Wärmewende entsteht.

Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Rainer Viehof gab Klimaschutzmanagerin Sina Pfister einen Überblick über den aktuellen Stand der Wärmewende in Eitorf. Anschließend stellten die aconium GmbH und die CreaTech Engineering GmbH den Projektstand und die aktuellen Ergebnisse der kommunalen Wärmeplanung vor. Dabei ging es nicht nur um technische Optionen, sondern auch um die Frage, welche Lösungen unter den örtlichen Bedingungen realistisch und langfristig tragfähig sein können.

Für die Gemeinde Eitorf ist die Einbindung der Öffentlichkeit ein zentraler Bestandteil des Prozesses. Denn die kommunale Wärmeplanung schafft zwar eine strategische Planungsgrundlage, ersetzt aber nicht den weiteren politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aushandlungsprozess. Damit aus einem Wärmeplan umsetzbare Schritte entstehen können, müssen lokale Akteur:innen frühzeitig eingebunden, Informationen verständlich aufbereitet und mögliche Entwicklungspfade transparent erklärt werden.

Die anschließende Podiumsdiskussion bildete den zentralen Schwerpunkt der Veranstaltung und verdeutlichte, dass bereits im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung die Frage nach der späteren praktischen Umsetzung und der Fortführung des Transformationsprozesses mitgedacht wird. Dabei diskutierten über Chancen und Herausforderungen der Wärmewende auf kommunaler Ebene: die Klimaschutzmanagerin der Gemeinde Eitorf, eine Vertreterin der Energieagentur Rhein-Sieg, ein Installateur und Heizungsbaumeister sowie der 1. Vorsitzende des LaNEG e. V. – Landesnetzwerk Bürgerenergiegenossenschaften Hessen e. V. In der offenen Fragerunde konnten die Teilnehmenden eigene Fragen und Hinweise einbringen.

Auch nach dem offiziellen Teil bestand großes Interesse am persönlichen Austausch. An mehreren Thementischen standen die Projektbeteiligten der kommunalen Wärmeplanung und alle Diskutant:innen für vertiefende Gespräche zur Verfügung. Dieses Format ermöglichte es, individuelle Fragen aufzugreifen und einzelne Aspekte der Wärmeplanung näher zu erläutern.

Die aconium GmbH begleitet die Gemeinde Eitorf als Generalunternehmerin im Gesamtprozess. Dazu gehören die fachliche Planung, die Projektsteuerung sowie die Kommunikation und Beteiligung vor Ort. Gemeinsam mit der CreaTech Engineering GmbH entsteht ein Wärmekonzept, das die lokalen Gegebenheiten berücksichtigt und eine realistische Grundlage für die nächsten Schritte schafft.

Das Beispiel Eitorf zeigt: Kommunale Wärmeplanung ist mehr als ein Pflichtprozess. Sie kann Kommunen dabei unterstützen, ihre Ausgangslage systematisch zu erfassen, Potenziale einzuordnen, Zielbilder zu entwickeln und Maßnahmen vorzubereiten. Entscheidend ist dabei, technische Analyse, kommunale Steuerung und Beteiligung zusammenzudenken. Erst dann wird aus Planung ein belastbarer Orientierungsrahmen für die zukünftige Wärmeversorgung vor Ort.