Im Saarland gewinnt das Breitband-Portal zunehmend an Bedeutung: Inzwischen wickeln mehr als 50 Prozent der Städte und Gemeinden Genehmigungen für den Glasfaserausbau über die digitale Plattform ab. Das Land gehörte 2024 zu den Vorreitern bei der Einführung des Portals, das Verfahren rund um die Leitungsverlegung vereinfachen und deutlich beschleunigen soll. Damit wird sichtbar, was digitale Verwaltung im Infrastrukturausbau leisten kann: weniger Abstimmungsschleifen, klarere Prozesse und schnellere Umsetzung.

Nach Angaben des Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitales und Energie sind aktuell 28 saarländische Kommunen an das System angeschlossen. Über das Portal können Anträge für den Ausbau digital gestellt und bearbeitet werden, ohne dass Medienbrüche entstehen. Die durchgängige Online-Abwicklung verkürzt sowohl Antrags- als auch Genehmigungszeiten spürbar und ist Teil der Gigabitstrategie des Bundes. Entscheidend ist dabei nicht allein die technische Plattform, sondern die Akzeptanz in den Rathäusern und die konsequente Nutzung durch die ausbauenden Unternehmen.

Die Landesregierung hatte sich vorgenommen, bis Ende 2025 mindestens jede zweite Kommune für die Nutzung des Portals zu gewinnen – dieses Ziel wurde erreicht. „Heute setzt bereits jedes zweite Rathaus auf die digitale Lösung, um den Glasfaserausbau effizienter voranzubringen. Nun ist auch die Telekommunikationsbranche gefordert, diese Möglichkeit konsequent zu nutzen. Langfristig wird sich das digitale Verfahren durchsetzen“, erklärt Digitalisierungsstaatssekretärin Elena Yorgova-Ramanauskas. Damit rückt ein bekanntes Umsetzungsproblem in den Fokus: Der Nutzen entsteht erst, wenn beide Seiten der Schnittstelle mitziehen, Verwaltung und Unternehmen.

Finanzielle und organisatorische Unterstützung

Um den Einstieg zu erleichtern, stellt das Wirtschaftsministerium über einen Zeitraum von drei Jahren insgesamt 200.000 Euro bereit. Diese Förderung übernimmt in der Anfangsphase sämtliche anfallenden Kosten für die Kommunen. Nach Ablauf der Anschubfinanzierung sollen die laufenden Kosten über den E-Government-Pakt geregelt werden.

Die technische Betreuung und Umsetzung liegt beim Zweckverband eGo-Saar. Er unterstützt die Kommunen bei der Anbindung an das Portal und bietet Schulungen zur praktischen Nutzung an. Der weitere Ausbau ist bereits geplant: Bis Ende 2026 sollen mindestens 80 Prozent der saarländischen Kommunen mit dem Breitband-Portal arbeiten. Der nächste Schritt wird sein, das Verfahren so zu verstetigen, dass es auch bei steigenden Fallzahlen verlässlich funktioniert, mit klaren Standards, eindeutigen Zuständigkeiten und messbarer Prozessqualität.